Landesgartenschau Burg

Stadtansichten sind nicht nur ästhetisch sondern auch funktional wirksam. Der ummauerte, mittelalterliche Stadtkörper versprach Sicherheit, die Bauten der Industrialisierung kündeten von Prosperität. Beide Zeiten haben die städtische Erscheinung Burgs wesentlich und eindrucksvoll geprägt. Im heutigen Kontext sind diese Bedeutungen historisch geworden. Die im Lauf der Geschichte generierte Stadtsilhouette und ihre markanten Architekturen werden dadurch einem Bedeutungswandel unterzogen, der durch landschaftsarchitektonische Interventionen gesteuert und bereichert werden kann. Dieses Fokussieren von Stadtsichten ist das zentrale Anliegen dieses Konzepts für die Landesgartenschau. Neue und ungewohnte Blickperspektiven auf den Stadtkörper von Burg sollen eröffnet bzw. präzisiert und Stadtsubstanz soll ästhetisiert werden. Auf diese Weise wird die Funktion der historischen Kernstadt als ideeller und infrastruktureller Bezugsraum für Stadtbewohner und Touristen gestärkt.
Dabei werden zum einen die Potentiale des Zentrums qualifiziert und andererseits die Verbindungen zu jenseits des Promenadenrings gelegenen Orten gestärkt, die als Freizeitziele attraktiv sind. In diesem Kontext soll der Stadtkern von Burg ausgehend von verschiedenen landschaftsarchitektonischen Interventionen als ästhetisch und funktional attraktiver Raum inszeniert und so zu dessen Funktionserhalt beigetragen werden.
Die Landesgartenschau Burg thematisiert den Begriff des Stadtimages im wörtlichen Sinne. Goethe- und Flickschupark als die beiden großen einbezogenen Freiflächen sind Pole, die den Fokus konzeptionell und infrastrukturell unweigerlich auf die dazwischen gelegene Stadtmitte lenken. Der Prozess des Stadtumbaus, die vorhandenen übergeordneten Straßenzüge sowie der Promenadenring werden damit gestalterisch ebenso aufgegriffen wie der neuentstehende Grünzug entlang der Ihle.

Beschränkter Wettbewerb, 2013
1. Preis
Auftraggeber: Stadt Burg
Größe: 144.000 qm