Landesgartenschau Überlingen

Die Geschichte und die Stadtgestalt Überlingens wurden maßgeblich durch die Lage am Bodensee bestimmt. Die Ausformung der Uferkante stellt dabei eine wesentliche Einflussgröße dar, die Aneignungsformen vorgab und selbst durch die anthropogene Landnutzung modifiziert wurde. Stadtbildprägende Entwicklungstendenzen waren die Einrichtung als Transferbereich für Handelsgüter und die touristische Umwertung als Promenade. Stets erscheint die Uferlinie dabei als eine exponierte Stadtkante, die durch ihre Lagegunst zum identitätstiftenden Bezugsraum für den Stadtkörper wird.
Im Zuge der geplanten Landesgartenschau wird dieser Bereich wieder in den Fokus der Stadtentwicklung gerückt. Für den Kontext einer Gartenschau wird damit ein v. a. in seiner Dimensionierung außergewöhnliches Gelände thematisiert. Diese spezifische Planungssituation führt dazu, dass die Bezugnahme auf die vorhandenen Freiraumstrukturen zusätzlichen Stellenwert gewinnt, wofür in Überlingen neben den bestehenden Parkanlagen das historische Stadtgrabensystem von besonderer Bedeutung ist. Zugleich führt der gestreckte Grundriss des Planungsraumes dazu, dass das Gestaltungskonzept in die &Mac226;geborgten Landschaften' des Bodensees einerseits und der Molassekante andererseits eingebunden ist. Damit kann es auf die gestalterischen Potentiale einer weiten, atmosphärisch bewegten Seefläche und einer strukturreichen geomorphologischen Formation auf der Landseite zurückgreifen.
Ziel des Konzeptes ist es dabei, die Stadtgestalt stärker an der Gestalt der Uferlinie erlebbar zu machen. Einem urban aufgefassten, innerstädtischen Ufer werden dadurch vegetativ bestimmte Grünzüge außerhalb der Kernstadt gegenübergestellt.

Realisierungswettbewerb 2012
1. Preis
Auftraggeber: Stadt Überlingen
Größe: 77.000 qm