Freiräume Europacity Berlin

Die nördlich des Hauptbahnhofs geplante Europacity schließt eine Fuge in der Berliner Stadtstruktur. Für die Etablierung quartierseigener Qualitäten kommt den dabei geschaffenen Freiräumen eine zentrale Bedeutung zu. Der Entwurf bezieht sich daher räumlich, atmosphärisch und formal auf die angrenzenden Kanal- und Hafenbereiche und projiziert die Qualität der Wasserlage in das Innere des Stadtquartiers.
Strukturelle Grundlage des Konzepts ist die Schaffung einer exponierten, 'steinernen' Uferkante entlang des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals, die als Komplementär zum vegetativen Nordhafenpark aufgefasst wird. Eine topographisch ausgestaltete Zäsur innerhalb der Promenade stellt der neugeschaffene Stadthafen dar. Durch die Faltung des Terrains zu Rampen, Sitzstufen und Treppen entstehen hier vielfältige Aufenthaltsmöglichkeiten und ein Zugang zum Wasser.
Im Nordhafenpark werden Holzstege durch die Uferbepflanzung geführt und so Aufenthaltsorte auf dem Wasser schaffen. Der südliche Teil des Parks wird durch die Anlage von Schilfterrassen neu modelliert, die als Retentionsbodenfilter im Entwässerungskonzept der Europacity dienen.
Die Gestaltung des Nordhafenplatzes nimmt Bezug auf die Tektonik des Nordhafenparks und den urbanen Charakter der Uferpromenade, so dass dieser Ort nicht nur infrastrukturell sondern auch formal zum Bezugspunkt des Quartiers wird. Die Platzoberfläche besteht aus einer flach modellierten Faltung aus Betonplatten, die durch temporäre Flutung als Wasserspiel inszeniert wird.

Realisierungswettbewerb 2011
1. Preis
Bauherr: Land Berlin/ Grün Berlin GmbH
Größe: 82.000 qm