Berta-Kröger-Platz, Hamburg-Wilhelmsburg

Stadtgefüge und Sozialstruktur des Hamburger Stadtteils Wilhelmsburg sind im Fluss. Vor diesem Kontext gewinnt die identitätsstiftende Wirkung städtischer Szenerien besonderes Gewicht. Das Umfeld des Bahnhofs Wilhelmsburg und des Berta-Kröger-Platzes wird diesem Anspruch durch das Fehlen stadtstruktureller Zusammenhänge und den transitorischen Charakter vieler Fassaden nur fragmentarisch gerecht. Ziel des Konzepts war es daher, mit einem kohärenten Gegengewicht zur Architektur Aufenthaltsqualitäten zu erzeugen, die zur Grundlage für das Entstehen einer quartierseigenen Atmosphäre und Identität werden können.
Voraussetzung dafür ist die Schaffung von räumlicher Klarheit und Überschaubarkeit zwischen Bahnhof und Berta-Kröger-Platz. Beide Plätze und die sie verbindende Passage erhielten einen einheitlichen Bodenbelag, der sie als räumlich zusammenhängende Fläche erlebbar werden lässt.
In den Pflasterbelag sind helle Strömungslinien aus großformatigen Betonplatten eingelegt, die das Planungsgebiet in West-Ost-Richtung durchfließen. Die zentrale Platzfläche wird räumlich durch ein Baumraster und acht kulissenartige Sitztiden strukturiert, die zugleich den Rahmen für die Marktnutzung formulieren. Die gestreckte Raumkontur der Bahnhofspassage wurde durch die Schaffung einer Rasentide auf der Südseite gestärkt. Die Oberfläche dieses durch die Strömungslinien gegliederten Rasenkörpers ist zu langgezogenen Wellen modelliert, erhebt sich zwischen 10 und 75 cm über die angrenzenden Wegeflächen und erhielt eine Bepflanzung mit kleinkronigen, mehrstämmigen Blütengehölzen.



Gutachterverfahren, 2009
1. Preis
Auftraggeber: Freie und Hansestadt Hamburg
Planung: Leistungsphasen 1-8 nach § 39 HOAI
Fertigstellung: 2015
Größe: 17.000 qm