Auf dem Hubland - Landesgartenschau Würzburg

Das Erleben des Landschaftsraumes auf dem Hubland ist geprägt von Nähe und Distanz. Fern erscheint es durch seinen ruderalen Charakter, den Raumentzug in den letzten Jahren der militärischen Nutzung des Areals und die transatlantische Referenz verschiedener Architekturen. Seine geomorphologische Lage vermag es, den Betrachter über die Umgebung zu entheben und ihm ein Gefühl exponierter Andersartigkeit mitzuteilen. Zugleich wird dieses Empfinden nie von Haltlosigkeit geprägt sein, liegt das Hubland doch in direkter Nähe zum Stadtzentrum Würzburgs und ist durch Blickbezüge mit identitätstiftenden Landmarken wie der Festung Marienberg verknüpft.
Diese Halbdistanz, ein ambivalenter Status des Ortes zwischen Ferne und Nähe, wird konzeptionell als wesentlichstes Potential des Geländes aufgefasst und gestalterisch entwickelt. Sie findet sich in der bildkompositorischen Qualität vieler Landschaftsszenen des Hublandes wieder.
Die geplante nördliche Stadtkante wird als urbanes und infrastrukturelles Rückgrat des Hublandes ausformuliert. Vorgeschlagen wird die Schaffung einer exponierten Promenade, die als &Mac226;große Perspektive' den Blick in die Weite der südlich angrenzenden Parkbereiche und in die Umgebung eröffnet.
Die zentrale Ruderalfläche des Parks soll zu einer offenen, pflegeextensiven, prärieartigen Wiesenlandschaft umgewertet werden. Durch die partielle akzentuierende Modellierung des vorhandenen Reliefs wird die Wirkung des Graslandes als Wiesenwoge inszeniert. Dabei werden am Verlauf der Höhenlinien orientierte Triften herausgearbeitet.

Realisierungswettbewerb 2012
2. Preis
Auftraggeber: Stadt Würzburg / LSG Würzburg 1990 GmbH
Größe: 230.000 qm