Menü

Der geschriebene Garten

Gärten der Welt Berlin

Wettbewerb 2007,
1. Preis
Bauherr: Land Berlin/Grün Berlin GmbH
Planung: Leistungsphase 2-9 nach § 39 HOAI
Tragwerksplanung: schlaich bergermann und partner
Typografie: xplicit
Theologische Beratung: Dr. Th. Brose, 
J. Israel
Fertigstellung: 2011
Größe: 4.500 qm
Fotos: Stefan Müller, Hanns Joosten
Video: Hanns Joosten, Richard Cameron
Auszeichnungen: Deutscher Landschaftsarchitekturpreis 2013 (Würdigung), German Design Award 2013 (Winner), Daylight Spaces 2012 (bes. Anerkennung), Deutscher Designer Club 2012 (Gold), European Design Award 2012 (Bronze), red dot award 2011 (best oft the best)

Gärten sind zeichenhafte, vielfältig konnotierte Räume. Gärten sind lesbar – und demnach auch schreibbar. Mit diesem Beziehungsgefüge zwischen der semiotischen Tradition der Landschaftsarchitektur und der Rezeptionsleistung des Gartennutzers setzt sich der geschriebene Garten auseinander.

Ausgangspunkt dieser Überlegungen war die Planung eines ‚Christlichen Gartens’ im Kontext der ‚Gärten der Welt‘, der auf den christlichen Kulturkreis als einer vielschichtigen Quelle des Gartenverständnisses Bezug nimmt. Im Konzept wird dieser Topos als eine von Sinnbildern durchdrungene Form aufgefasst, die aus dem Ordnungsprinzip des Kreuzgangs entwickelt wird. Dieses architektonische Motiv wird zu miteinander verschränkten Ebenen, einem Gehölzrahmen, einem orthogonalen Wegesystem und einem Wandelgang aus goldglänzenden Schriftzeichen aufgelöst.

Der Wandelgang schafft einen Raum der Sprache, der indifferent zwischen Innen und Außen, zwischen Licht und Schatten liegt. In seiner Konstruktion sind Schriftzeichen das tragende Element. Die Texte folgen einer inhaltlichen und zeitlichen Ordnung und umreißen das Spektrum von der Schöpfung bis zum Tod und vom Alten Testament bis in die Jetztzeit.

Der Wandelgang fasst einen Gartenhof, dessen Kompartimente mit strukturgebenden immergrünen Gehölzstreifen und weißblühenden Ziergehölzen, Stauden und Einjährigen bepflanzt sind. Der Schnittpunkt der Wegeachsen wird durch einen Wasserstein betont.