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Zukunftsensemble Schloss Türnich

Wettbewerb 2017
2. Preis
Zusammenarbeit mit StadtLandFluss und D/Form Architekten
Auftraggeber: Kolpingstadt Kerpen und Familie von Hoensbroech
Größe: 370.000 qm

Schlossanlagen wie Türnich sind entscheidend durch ihren Landschaftsbezug geprägt. Dieser war nie rein ästhetisch, sondern als Wirtschaftsbetriebe beeinflussten sie auch die gärtnerische und landwirtschaftliche Landnutzung ihrer Umgebung und deren Ökologie entscheidend. In der Gartenkunst gibt es seit dem 18. Jahrhundert eine intensive Auseinandersetzung damit, den Zusammenhang von Ästhetik, Landnutzung und Ökologie gestalterisch zu lösen. In diesem Diskurs um die Schaffung von ornamented farms und die Idee einer allgemeinen Landesverschönerung wurden Garten und Park zu utopistischen Experimentierfeldern. Goethe fasst die daran geknüpften Hoffnungen in seinen auch um dieses Thema kreisenden Wahlverwandtschaften in die grundsätzliche Frage nach der Funktion des Gartens: „... sollen wir aber nichts weiter darauf (auf die Gartengestaltung) bauen, und soll sich nichts weiter daraus entwickeln? Was ich im Garten leiste, du im Park, soll das nur für Einsiedler getan sein?“
Heute gewinnt die in dieser Tradition stehende Gestaltung der Landschaft und die Nutzung des Gartens als eines Experimentierfeldes vor dem Kontext des Anspruchs der Nachhaltigkeit und des bewussten Umgangs mit Ressourcen erneut an Aktualität.

Einen auf die Bedingungen unserer Zeit adaptierten Lösungsansatz bietet das Konzept der Permakultur.
Die strukturreiche und heterogene Türnicher Schlossanlage und die sie umschließende, von Gegensätzen geprägte Kulturlandschaft lassen sich nach diesem Konzept als ein vielschichtiger Möglichkeitsraum entwickeln. Durch das Zusammenspiel ökonomischer, ökologischer, sozialer und ästhetischer Aspekte soll damit nicht nur die Zukunftsfähigkeit des Schlossensembles gewährleistet, sondern das Zukunftsensemble Türnich als Ideengeber für die Region etabliert werden. Dafür wird das Potential der Schlossanlage als eines historisch bedeutsamen Ortes in der Kulturlandschaft aufgegriffen, dessen Bedeutung durch neue Funktionen und gestalterische Maßnahmen aktualisiert und aktiviert wird.